Ausgezeichnet: Förderpreise 2016

07.04.2017
  Image Entwurf Li Lin Li Lin Li Lin: Die Ewigkeit und ein Tag — eine Studie über den Alltag

Die Stiftung Deutscher Architekten hat ihre diesjährigen Förderpreise an acht Projekte verliehen. Fünf Auszeichnungen gingen an Studierende der RWTH Aachen.

Einer von drei mit jeweils 4000 Euro dotierten Förderpreisen der Stiftung Deutscher Architekten geht an:

Außerdem sprach die Jury eine besondere Anerkennung aus, die mit 1.500 EUR dotiert ist:

Zudem gingen drei von vier Anerkennungen (je 1.000 Euro) an:

Herzlichen Glückwunsch!

Mut und Zielstrebigkeit zeichneten die Bewerber aus, sagte der Jury-Vorsitzender Roland Bondzio bei der Preisverleihung.
In die Bewertung der Jury flossen u. a. ein: der Schwierigkeitsgrad der Aufgabenstellung, die Intensität
und Durchdringung des Themas, die Experimentierfreudigkeit und Innovationskraft der Lösung, die
bautechnologische Präzision und die Qualität der Präsentation des Entwurfsprozesses. An diesen Kriterien
soll das „Talent“ des Bewerbers bzw. der Bewerberin ablesbar sein.
Insgesamt 47 Arbeiten von Absolventen aus verschiedenen Bereichen der Architektur von acht Hochschulen in Nordrhein-Westfalen waren nominiert. Alle Bewerberinnen und Bewerber wurden von ihren
Professoren als „besonders begabt“ eingeschätzt; der Vorschlag zur Teilnahme an dem Auszeichnungsverfahren
erfolgte durch die jeweiligen Hochschullehrer.
Die prämierten Arbeiten sind im Haus der Architekten, Zollhof 1, bis 5. Mai ausgestellt. Der Eintritt ist frei.

Quelle: Stiftung Deutscher Architekten

Weitere Informationen: Stiftung Deutscher Architekten

  Anerkennnung Oliver Wenz Oliver Wenz „High Five – Hochhaus in Neapel“

Li Lin (RWTH Aachen) „Die Ewigkeit und ein Tag“
Auszug aus der Jurybegründung:
„Die Ewigkeit und ein Tag“. Ein derart schöner und poetischer Titel legt die Latte der Aufmerksamkeit
und der Erwartungen des Betrachters häufig in nicht mehr zu erreichende Höhen. Nicht so bei Li Lin.
Ihr Projekt und ihre Arbeitsweise, die sich durch ein außergewöhnlich hohes Maß an Systematik in der
Analyse und Sinnlichkeit in der Bearbeitung auszeichnet, begeistert und überzeugt die Mitglieder der
Bewertungskommission. [...]
Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist folglich die Untersuchung der Rituale des Wohnens. Regelabläufe, die
jeder von uns in seiner täglichen Routine vollzieht, ohne ihnen besondere Beachtung zu schenken.
Der archetypische Umgang mit den Urelementen des Lebens und im Besonderen des Wohnens sowie
die Überführung der Ergebnisse ihrer Analysen in stadträumliche und innenräumliche Qualitäten gelingt
der Verfasserin entwurflich und handwerklich auf außerordentlich hohem Niveau. Hierin zeigt sich
die herausragende Begabung von Frau Li Lin.“

Viktoria Falk und Lukas Mahlendorf (RWTH Aachen): „Kinetic Weaving“
Jurybegründung:
„Viktoria Falk und Lukas Mahlendorf zeigen mit ihrer Arbeit ‚Kinetic Weaving‘ auf, welche hohen Qualitäten
und Breiten in der Architekturausbildung liegen. Ihr Talent und ihr Forschergeist sowie ihre inspirierende
Präsentation weckt die Lust am Experiment. Die Arbeit der beiden Verfasser und ihr besonderes
Talent stellen einen vorbildhaften Beitrag dar, von dem die Jury hofft, dass er Studierende und
Lehrende animiert experimentelle Entwurfs- und Forschungsansätze in den Grenzbereichen der Architektur
zu verfolgen.“

Dasha Kuletskaya (RWTH Aachen): „Banja“
Jurybegründung:
„Dasha Kuletskaya gelingt es mit ihrem Beitrag ‚Banja‘ mit einem vermeintlich alltäglichen Thema, einem
kleinen Ferienhaus mit Banja, auf wunderbare Art und Weise eine große Vielschichtigkeit aufzuspüren
und diese tiefgründig und handwerklich hervorragend umzusetzen. Sie zeigt hierbei alle Qualitäten,
die eine sehr gute Architektin benötigt: Mut, Zielstrebigkeit, analytische Fähigkeiten, eine hohe
Eigenständigkeit und große handwerkliche Fähigkeiten.“

Katrin Recker (RWTH Aachen): „Landpartie“
Jurybegründung:
„Der auf den ersten Blick scheinbar schlichte Beitrag ‚Landpartie – Ein Haus für Ruhe und Entschleunigung‘
von Katrin Recker überzeugt auf den zweiten Blick durch eine wohltuende und natürliche Einfachheit.
Der Grad der Durcharbeitung und die hervorragende und unprätentiöse Präsentation der Arbeit
zeigen auf, dass Frau Recker über eine große Begabung und über ausgeprägte analytische und
entwurfliche Fähigkeiten verfügt. Das selbstgestellte und für unser Leben im beschleunigten digitalen
Zeitalter wichtige Thema der Ruhe und Entschleunigung bildet sich durchgängig und schlüssig in allen
Teilbereichen der Arbeit ab.“

Oliver Wenz (RWTH Aachen): „High Five – Hochhaus in Neapel
Jurybegründung:
„Oliver Wenz zeigt mit seinem Beitrag ‚High Five – Hochhaus in Neapel‘ eine für einen jungen Architekten
ungewöhnlich klare Haltung auf, die er durchgängig von der städtebaulichen Setzung bis in die
differenzierte Ausarbeitung eines der Gebäude aufzeigt. An prominenter Stelle der Stadt Neapel setzt
er kraftvolle, präzise und zugleich ausgewogen gegliederte Baukörper, die durch ihre differenzierten
Staffelungen angemessene und sehr qualitätsvolle Stadträume schaffen. Die Qualität und Tiefe der
Ausarbeitungen, vom Skizzenbuch bis zum Modell, zeugen von einem außerordentlich großen künstlerischen
und handwerklichen Talent und einer hervorragenden Ausbildung.“