HAMLET CRECHE

 

Ein Kindergarten für das Township Hamlet Creche

 

Projektbeteiligte

Schulträger:
NPO Badisa, Ceres, Western Cape

Bauherr:
VUYA! LTD, Capetown

Planung:
Dipl. Ing. Bernadette Heiermann
Dipl. Ing Judith Reitz
Lehrstuhl für Gebäudelehre und Entwerfen RWTH Aachen
Prof. Dipl. Ing. Anne-Julchen Bernhardt

Dipl. Ing. Arne Künstler
Dipl. Ing. Christoph Koj
Lehrstuhl für Tragkonstruktionen RWTH Aachen
Prof. Dr. Martin Trautz

Finanzierung:
Henkel Friendship Initiative

Fertigstellung: Oktober 2010

Video des Selbstbauprojektes

Impressionen

 

 

Hamlet Creche, Witzenberg, Südafrika 2010

Hamlet Creche ist ein Kindergarten am Rande des Townships Phase 4 in der Kleinstadt Prince Alfred Hamlet, ca. 140 km nördlich von Kapstadt hoch in den Bergen gelegen. Vor 4 Jahren wurden die von den Bewohnern selbstgebauten Hütten – sogenannte Shacks – durch von der Kommune staatlich geförderte kleine einfache Häuser ersetzt. Für die etwa 300 dort lebenden Kleinkinder gibt es bislang keinen Kindergarten.
Aufgabe war deswegen hier ein Raumprogramm zu entwickeln, was zuerst einmal Platz für 80 Kinder zwischen 3 Monaten und 5 Jahren bietet, auf der anderen Seite nachhaltig und erweiterbar ist.
Das Gebäude entwickelte sich aus den Anforderungen, klimatisch gute Bedingungen im sehr heißen Sommer, als auch im relativ kalten Winter zu erreichen, sowie örtlich vorhandene preisgünstige Materialien zu verwenden. Die in der Hauptsache verwendeten Materialien sind daher auf der Baustelle hergestellte massive Lehmsteine, ortsübliche Holzquerschnitte und als Fassadenmaterial Brettholz aus der lokalen Obstwirtschaft.

Der Kindergarten ist Nord-Süd orientiert. Es gibt 3 Gruppenräume, wobei 2 Klassen durch eine bewegliche Schiebetür zu einem Mehrzweckraum zusammengeschlossen werden können, eine Küche, ein Büro, Sanitär- und Lagerräume. Die Räume sind linear angeordnet.
Im Süden vorgelagert ist eine überdachte langgestreckte Loggia, die sich vor der Küche zu einem großzügigen Essplatz aufweitet.
Das Gebäude ist als Holzständerkonstruktion ausgeführt. Die Dachkonstruktion besteht aus einer Reihung von asymmetrischen Satteldächern, die elementweise auf der Bodenplatte vorgefertigt und anschließend auf die tragenden Wände bzw. Stützen gesetzt wurden.
Einen besonderen Reiz macht hierbei die wechselseitig angeordnete Faltung in der Dachuntersicht aus, die Teile des Tragwerks – einer Sparrenkonstruktion mit Zugband – ist.
Im Norden sind die Wände mit massiven Lehmziegeln ausgefacht und beidseitig verputzt. Die dicke Lehmwand schützt vor zu großer Erhitzung im Sommer, im Winter erwärmt die tiefstehende Sonne die Räume und die Wärme wird in den Wänden gespeichert. Im Süden, Osten und Westen sind die
Wände innenseitig mit großformatigen aussteifenden Sperrholzplatten verkleidet. Zwischen die Holzstützen sind ungebrannte Ziegelsteine als Speichermasse gestapelt, die zusätzlich von außen gedämmt sind. Darauf aufgebracht ist eine Beplankung aus recycelten Brettern der in der Obstwirtschaft überall verwendeten Obstkisten. Die Dachhaut besteht aus verzinktem Blech.

Das Projekt entstand in Zusammenarbeit mit der Firma Henkel und ihrem südafrikanischen BEE Partner
VUYA.

 

Impressionen

 

 

Team

Mitrbeiterinnen, Mitarbeiter und Studierende der RWTH Aachen.

 

Kontakt

Für weitere Informationen: