Concrete Design Competition: Anerkennung

Anerkennung Lukasz Marek Rubnikowicz

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10.08.2016

Beim internationaler Studentenwettbewerb Concrete Design Competition 2015/16 METAMORPHOSIS wurde Lukasz M. Rubnikowicz für seine Masterthesis, bearbeitet am Lehrgebiet Bauplanung und Baurealisierung bei Prof. i.V. Ir. Fred Humblé, in Kooperation mit Prof. Rolf Westerheide vom Lehrstuhl für Städtebau und Landesplanung, mit einer Anerkennung ausgezeichnet.
Herzlichen Glückwunsch!

Ziel des Wettbewerbs ist es, die Potentiale des Werkstoffs Beton auszuloten. Durch immer wieder neue Materialentwicklungen können vielfältige Wege der architektonischen Gestaltung beschritten werden, die die heutigen Grenzen weit hinter sich lassen. Darüber hinaus möchte der Concrete Design Competition die Ideenkraft, den Enthusiasmus und die vielfältigen Talente der Studierenden würdigen und fördern, die sich mit dem Material Beton befassen.

Begründung der Jury

Mit einer großmaßstäblichen, offenen Betonstruktur schafft der Entwurf für einen neuen Bahnhof im polnischen Stettin einen beeindruckenden öffentlichen Raum, der eine Vielzahl an Funktionen, unterschiedliche Geländehöhen, Stadt und Fluss, Außen- und Innenraum, Reisende und Einwohner zusammenführt.

Im Zusammenhang mit der Entwicklung eines neuen Quartiers auf ehemaligen Kasernenflächen um den Bahnhof soll dieser durch einen Neubau ersetzt werden. Der Verfasser schlägt eine 300 m lange Konstruktion vor, die sich in das orthogonale Raster des Masterplans einordnet. Ausgehend von einem an die gewachsene Stadtstruktur anknüpfenden Vorplatz überspannt sie die 20 Meter tiefer liegenden Gleisanlagen bis zum Ufer der Oder, wo eine neue Promenade und ein Fähranleger entstehen sollen. In diesem unteren Bereich bildet ein massives, dreischiffiges Betongewölbe den Sockel des Bauwerks. Mit einer Spannweite von 20 m überbrückt jede Kuppelreihe zwei Gleise, wobei ein zusätzliches Zwischengeschoss in der Mittelzone die Bahnsteige erschließt und über eine skulptural gestaltetet Treppe die Verbindung zum Flussufer herstellt. Über dem Sockel erstreckt sich die von der Stadtseite aus ebenerdig zugängliche obere Ebene. Mit einer Höhe von 15 m ist die offene Schalenkonstruktion hier filigraner ausgeführt und wirkt, insbesondere in der Ansicht, eher wie eine Reihung von Schirmen, die ein leichtes, einladendes Dach bilden. Hier befindet sich neben Gastronomie- und Serviceeinrichtungen eine große Markthalle als Einkaufsmöglichkeit und Treffpunkt für Reisende und Einwohner.

Die Stärke der Arbeit liegt für die Jury neben ihrer großen Bearbeitungstiefe in der Interpretation der Bauaufgabe. Diese wird nicht mit einem geschlossenen Bahnhofsgebäude beantwortet, sondern mit einer offenen, raumschaffenden Dachstruktur, die einen zutiefst öffentlichen Ort formuliert. Zu allen Seiten offen und mittig von Bus- und Bahnlinien durchfahren, lässt das Bauwerk keine Unterscheidung von Innen- und Außenraum zu. An dieser Stelle von thermischen Problemen völlig frei, funktioniert die gewählte Kuppel- bzw. Schalenkonstruktion mit rohen Betonoberflächen ideal. In den unteren, sich in die Erde grabenden Ebenen als massive, schützende Gewölbe umgesetzt, wandelt sich die gleiche Formensprache oben zu einem leichten, schirmartigen Schalendach.

(Quelle: InformationsZentrum Beton)