Besucherzentrum für das Biosphärengebiet Schwarzwald // Hanna Pasche

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Hanna Pasche
Abschluss:
Master of Science
Betreuer:
Jan Michel Hintzen
Prüfer:
Prof. Hartwig Schneider
Co-Prüfer:
Prof. Uwe Schröder
Einrichtung:
Lehrstuhl für Baukonstruktion
 

Ein Begegnungsort in Todtnau

Hintergrund

Das Biosphärengebiet Schwarzwald liegt mit seiner 63.000 Hektar großen Fläche, im südlichen Schwarzwald. Es umfasst drei Landkreise und 29 Gemeinden, darunter auch die Gemeinde Todtnau. Das Biosphärengebiet wurde 2016 nach dem baden-württembergischen Landesrecht ausgewiesen und im Juni 2017 von der UNESCO als Biosphärenreservat und damit als internationale Modellregion für nachhaltige Entwicklung anerkannt.
Mit dem geplanten Zentrum soll dem Besucher die Thematik des Biosphärengebietes vermittelt werden. Die Leitthemen des Biosphärengebietes sollen sich dabei auch in der Architektur widerspiegeln. Das Gebäude soll sich durch eine nachhaltige und klimaneutrale Bauweise präsentieren. Themen wie Nachhaltigkeit oder regenerierbare Baustoffe stehen im Mittelpunkt des Entwurfs. Abgesehen von der Thematik des Biosphärengebiets, sollen auch die lokalen Traditionen Einfluss auf den Entwurf nehmen. Die traditionelle Bauweise des Schwarzwaldhauses ist für die landschaftliche Harmonie ein wichtiges Element und soll sich im geplanten Besucherzentrum wiederfinden.

Standort

Die Kleinstadt Todtnau befindet sich im Südschwarzwald und gehört zum Landkreis Lörrach. Eingebettet zwischen Feldberg und Belchen, zwei der höchsten Berge im Schwarzwald, erstreckt sich die Stadt über 10 eingemeindete Stadtgebiete im Wiesental. Auf einer Höhe zwischen 600 bis 13986 Meter ü.M. befindet sich ein Großteil der Stadt im Wald.
Mit dem geplanten Besucherzentrum im Herzen des Stadtgebiets erhält Todtnau eine neue Attraktion. Das Besucherzentrum bietet für Touristen und Einheimische einen Ausgangspunkt für Wanderungen und andere Aktivitäten ins Umland und schafft eine Informationsstelle, die den Besuchern ihre Umgebung auf verschiedenen Ebenen näher bringt.

Entwurf

Besucher von der Schwarzwaldstraße werden von einem großzügigen Vorplatz empfangen. Die Fernwirkung erinnert an die vertraute Silhouette des Schwarzwaldes mit seinen historischen Bauernhöfen. Ein Ensemble aus zwei gleich großen Baukörpern mit zwei mächtigen Walmdächern. Wie eine Ortsergänzung folgen die beiden Kuben der Ausrichtung der bestehenden Bebauung. Die Verkippung der Gebäude schafft im Zusammenspiel mit dem Rathaus einen interessanten Platzraum. Der Platz wird unterteilt in zwei Bereiche, welche durch wenige Stufen miteinander verbunden werden.


In der Fernwirkung werden zwei mächtige Holzgebäude im oberen Wiesental stehen. Bei näherer Betrachtung erkennt man zeitgemäße Details, Transparenz und Feinheiten. Die Dächer sind mit Holzschindeln gedeckt, die Fassaden mit schmalen Holzlatten verkleidet. Der Dachüberstand der mächtigen Walmdächer dient dem natürlichen Sonnenschutz.

Das Besucherzentrum nimmt die Großform des Schwarzwaldhofes zeitgemäß und fügt sich harmonisch in den städtebaulichen Kontext von Ort und Landschaft ein. Traditionelle Materialien werden behutsam genutzt und in modere Formensprache übersetzt.
Klare Strukturen, offene Räume, traditionelle und landschaftstypische Materialien ergänzen sich zur Fortschreibung der regionalen Typologie ins Heute.

Material

Der regional bevorzugte Baustoff Holz findet sich vom Tragwerk bis zur Detailausführung wieder. So prägt Weißtanne aus heimischen Wäldern sowohl die Fassade als auch den Innenraum. Liftschacht, Türen, Decken, Wände und Böden sind aus Weißtanne, welch auf unterschiedliche Art bearbeitet wurde. Die Verwendung von Holz als konstruktives und Gebäude bildendes Element in der Architektur des neuen Besucherzentrums gehört zum Bild des Schwarzwaldes.

Die Fassade nimmt die horizontale Gliederung der Holzschindeln auf und erinnert mit den waagrechten Holzprofilen und der vertikalen Unterteilung an die traditionelle Ständer-Bohlen Bauweise. Die Dämmung erfolgt mit Holzfaserplatten, um die Verwendung von natürlichen Materialien fortzusetzen.

Die Kunst des Holzbaues soll an dieser Stelle neu erlebbar werden. Die traditionelle, als auch die moderne Verarbeitung des Rohstoffes und deren Umsetzung in eine offene und aktuelle Architektursprache sind die Themen eines charaktervollen Besucherzentrums für das Biosphärengebiet Schwarzwald.

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