Sternwarte und Herberge // Simone von Grotthuss

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Simone von Grotthuss
Abschluss:
Master of Science
Betreuer:
Tim Prins
Prüferin:
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Co-Prüferin:
Prof. Anke Naujokat
Einrichtung:
Lehrstuhl für Gebäudelehre
 

Ein Sternentheater in der Eifel

Die Dunkelheit der Nacht ist zu einer Besonderheit geworden. Wachsende Städte und der sorglose Umgang mit der Ressource Licht lassen die dunklen Flecken auf der Erde kleiner werden oder gar ganz verschwinden.

Nicht umsonst hat die UNESCO den Blick in den Sternenhimmel als Kulturgut anerkannt - liegt doch eine lange Geschichte und Tradition in der Sternbeobachtung, die uns Menschen und unseren Alltag nachhaltig geprägt hat: Was wäre unser Leben ohne Kalender, Uhren und Navigation? Und wie hätte sich das Selbstbild des Menschen und seine Stellung im Universum ohne Astronomie und den gekonnten Blick in die Sterne wohl entwickelt? Würden wir immer noch Angst haben vom Rand der Welt zu fallen?

Der Blick in den Sternenhimmel kann für Jeden ein beeindruckendes Erlebnis sein. Die unmittelbare Beobachtung löst heute, genauso wie schon vor tausenden von Jahren, ehrfürchtiges Staunen aus. Die zentrale Frage nach unserer Position in der Welt war dabei immer konstanter Antrieb für Neugier und Forschung.

Schlüsselelement für diese Überlegungen ist die Vorstellungskraft des Menschen. Eine unglaubliche Eigenschaft, die es uns erlaubt die größten Dimensionen zu durchqueren und in die kleinsten Strukturen einzutauchen.

Diese Fähigkeit wird von Sternwarten herausgefordert. Als Fenster zum Universum sind sie Orte der Faszination und des Bewusstseins für Materie, Zeit und Raum.

Ein Ort, der dazu anhält, die alltägliche Wahrnehmung zu hinterfragen und aus einer Welt der reinen Sinneswahrnehmung aufzutauchen.

Dieser Entwurf befasst sich mit dem Bau eines Sternentheaters, das als Stätte der Wissenschaft und der Imagination, zu einer Auseinandersetzung mit der Astronomie einlädt. Sowohl durch individuelle als auch durch geführte Beobachtung soll eine Idee von der Unendlichkeit des Raums und ein Bewusstsein für die Besonderheit unseres begrenzten Lebensraums vermittelt werden.

Als Ort der Begegnung und des Austauschs ermöglicht es spontane Treffen von Laien und Astronomen.

Der Entwurf befindet sich im Kontext des kürzlich anerkannten Sternenparks Eifel, der den Schutz des dunklen Nachthimmels zur Aufgabe hat. Gute Beobachtungsverhältnisse vereinen sich hier mit der relativ guten Erreichbarkeit, sodass dieses Erlebnis für jeden zugänglich gemacht wird.

Im Gegensatz zu zeitgenössischen Forschungssternwarten, die durch ihr Streben nach den besten Beobachtungsbedingungen in unerreichbare Lagen gerückt sind, soll die Sternbeobachtung wieder vor Ort greifbar gemacht werden, um Neugier und Begeisterung zu wecken. Statt abstrakter Beobachtung rückt das Gesamterlebnis wieder in den Mittelpunkt. Denn nur vor Ort kann das selten gewordene Erlebnis nachgespürt werden, das unsere Vorfahren zu den Ideen inspiriert hat, die heute unsere Denkweise prägen.

Kontakt zur Absolventin: simone.grotthuss@rwth-aachen.de