Gut Hohenfinow // Felix Andreas Kaiser

Steckbrief

Eckdaten

Absolvent:
Felix Andreas Kaiser
Abschluss:
Master of Science
Betreuerin:
Bernadette Heiermann
Prüferin:
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Co-Prüferin:
Prof. Anke Naujokat
Einrichtung:
Lehrstuhl für Gebäudelehre
 

Hohenfinow ist ländlicher Ort, der sich eine Stunde nordöstlich von Berlin entfernt befindet. Er liegt am Rande des Niederoderbruches, einer landschaftlich ansprechenden Gegend aus Wiesen, Wäldern und Äckern. Im Norden des Ortes befindet sich ein großer Gutshof, mit dem sich diese Arbeit beschäftigt.

Städtebaulich geprägt wurde die Ortsstruktur während der Barock-Zeit. Mit dem Schloss Hohenfinow als Bezugspunkt wurde der Dorfanger umgestaltet, eine Allee zum Weinberg Liebenstein gepflanzt und ein barocker Garten angelegt. Die Anlage aus Schloss und Garten war eine der ersten in der Mark Brandenburg nach dem 30-jährigen Krieg und wurde im Verlauf der Zeit durch ihre Besitzer mehrfach umgestaltet. Die bekannteste unter ihnen ist die Familie von Bethmann Hollweg, deren berühmtestes Familienmitglied deutscher Reichskanzler war. Nach dem zweiten Weltkrieg verfiel die Ortsstruktur zunehmend und wurde erst nach der Wende in mehreren Schritten saniert. Die Fehlstelle, die durch den Abriss des Schlosses 1961 entstand, konnte seitdem nicht angemessen wiederbesetzt werden.

Ziel dieser Arbeit war es den derzeitigen Gebäudebestand zu erfassen und aufgrund dieser Basis eine Zukunftsvision für den Gutshof Hohenfinow zu entwickeln. Hierzu wurden die Bestandsgebäude mit ihrer Geschichte, Nutzung und konstruktiven Gegebenheiten in textlichen Beschreibungen, einer zeichnerischen Bestandsdokumentation, gefundenen Archivalien, Bauplänen und Luftbildern erfasst. Durch diese Recherche- und Analysearbeit ließen sich Potentiale und Schwierigkeiten der bestehenden Gebäude charakterisieren. Darauf aufbauend wurde ein mögliches Gesamtkonzept für den Gutshof erstellt.

Der Gebäudebestand des Gutshofes wird durch die Niederlegung einiger Gebäude auf ihren ehemaligen Kern konzentriert. Ergänzt wird die neue Komposition durch maßvolle An-, Um- und Neubauten, sowie die Gestaltung der Freiräume. Somit ist der Gutshof Hohenfinow wieder als Ensemble erkennbar. Die sieben Schwerpunkte des Entwurfes sind:

  1. Umgestaltung des Standortes des Schlosses Hohenfinow

Mit der Wiederentdeckung von Planunterlagen des Schlosses war es möglich diese Stelle neu zu bewerten und ein Konzept für Denkmal zu erstellen. In Erinnerung an das barocke Schloss und den barocken Garten wird auf altem Grundriss ein Heckenlabyrinth als neuer städtebaulicher Bezugspunkt gestellt. Mit Ehrenhof und Ausflugsterrasse wird die Verbindung zu den prägenden Achsen des Dorfes wiederhergestellt.

  1. Neubau des Hofcafés

Durch die Anlage des Denkmals für das ehemalige Schloss Hohenfinow hat der Ort wieder eine Sehenswürdigkeit in seinem Zentrum, welche touristische Attraktivität besitzt. Ein harmonisch mit den Arkaden der ehemaligen Schlossterrasse entworfenes Hofcafé wird das neue Ausflugsziel.

  1. Anbau zum Empfang und zur Verwaltung

Die Verwaltungsräume des landwirtschaftlichen Betriebes werden in einem Anbau an einen ehemaligen Schweinestall zusammengelegt. Die lange und breite Halle des ehemaligen Stalls beheimatet fortan den landwirtschaftlichen Fuhrpark.

  1. Umbau des Rinderstalls als Veranstaltungsgebäude

Die Räumlichkeiten des ehemaligen Rinderstalls im Norden des Gutshofes werden durch neue Aufteilungen für Veranstaltungen nutzbar gemacht. Festgesellschaften und Tagungsgruppen sind nun willkommene Gäste.

  1. Umbau des Getreidespeichers als Gästehaus

Das monumental anmutende Gebäude mittig auf dem Gutshof wird auf regemäßigem Grundriss in ein Gästehaus verwandelt. Erhaltene technische Anlagen aus der Erbauungszeit schaffen eine besondere Atmosphäre für Übernachtungen in dem ehemaligen Getreidespeicher.

  1. Umbau des Schweinestalls als Wohngebäude

Der ehemalige Schweinestall wird durch neue Einteilung zu fünf großzügigen Wohneinheiten und zwei Ferienwohnungen ausgebaut und erfüllt die Nachfrage nach Wohnraum im ländlichen Raum.

  1. Reaktivierung des Aussichtspunktes Liebenstein

Für die Vervollständigung der städtebaulichen Anlage soll auch der Aussichtspunkt auf dem ehemaligen Weinberg umgestaltet werden. Mit Einbeziehung der außer Betrieb befindlichen Wasser-Anlage wird auf dem höchsten Punkt der Gegend der Blick auf die Landschaft wieder zugänglich gemacht.

Kontakt zum Absolventen: