Mülheim Süd // Marina Meister

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Marina Meister
Abschluss:
Master of Science
Betreuerin:
Anna Weber
Prüferin:
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Co-Prüferin:
Prof. Carolin Stapenhorst
Einrichtung:
Lehrstuhl für Gebäudelehre
 

Vom Erbe der Weltmotorisierung und einem diversen Quartier

Ziel der Thesis ist es, einen historisch und architektonisch bedeutsamen Ort zu programmieren. Bei dem Ort handelt es sich um das Otto und Langen-Quartier in Köln-Mülheim, von dem die Weltmotorisierung ausging. Beim Versuch, den Ort von fast 60 Hektar zu begreifen, der zu fast 100 % bebaut ist von Hallen, die an Hallen, die an Hallen gebaut wurden und irgendwann zu einem zusammenhängendem Raumkontinuum wurden, haben sich drei Beschreibungsmodelle herauskristallisiert. Aus Ihnen soll je ein Stegreifentwurf hervorgehen, um die Methoden miteinander zu vergleichen. Die drei Beschreibungsmodelle haben jeweils ihren eigenen Betrachtungsschwerpunkt:

I Der Kontext
II Der Bestand
III Das Raumprogramm

Bei den Stegreifentwürfen geht es immer um den gleichen Fokus auf dem Grundstück, bei dem drei charakteristische Gebäudetypen aufeinandertreffen. Der Verwaltungsriegel von 1905 entlang der Deutz-Müheimer Straße, eine Backsteinhalle im Rundbogenstil der 1890er Jahre, die sich von Ost nach West über das gesamte Grundstück zieht und eine siebenschiffrige Halle mit Tonnengewölbe von 1911, die vom Erfolg und Wachstum der Motorenfabrik erzählt.

I Aus der Analyse des Kontexts geht hervor, dass in dem Gebiet zwischen Deutz und Mülheim das Potential für ein urbanes Zentrum liegt sowie das Potential der Aussicht am Mülheimer Hafen über sich selbst, die Hallen, und über den Rhein auf die Stadt, welche eine besondere Qualität mitbringt. Im Stegreifentwurf entstehen Höfe, die nach dem Muster der Bank of England in London im Zustand von 1851 von John Soane entwickelt werden. Außerdem werden Wohntürme mit der besten Aussicht platziert, die aus dem Hallengefüge herausragen.

II Der Entwurf, der aus der Beschäftigung und der Beschreibung mit dem Bestand hervorgeht, soll das Quartier besonders bestandsschonend programmieren.
Charakteristisch für das Quartier ist das Aneinandergrenzen der unterschiedlichen Gebäude. In dem Fokusbereich treffen Verwaltungsgebäude auf Produktionshallen. Die große Halle 31 wurde 1911 an das Verwaltungsgebäude von 1905 angebaut. Die Fenster der Verwaltung, die zuvor ins Freie blickten, blickten von da an in die Produktionshalle. Im Laufe der Zeit wurden sie zugemauert. Das Entwurfsprogramm für die folgende Variante soll sie wieder öffnen. In der großen Halle ist eine Markthalle vorgesehen. Vorbild für das mutige Aufeinanderprallen ist die „Markthal“ von dem niederländischen Architekturbüro MVRDV in Rotterdam.
Halle 31 wird zur Markthalle, indem Elemente mit je vier Marktständen á 20 qm eingestellt werden. Die Elemente selbst sind begehbar. Im Erdgeschoss des angrenzenden Verwaltungsriegels sind fest installierte kleine Geschäfte. Im 1. OG befinden sich Restaurants/Cafés. Erschlossen werden sie durch eins der sechs Treppenhäuser, die auf einen Balkon führen. Entlang des Balkons befinden sich die Eingänge in die Restaurants. Der Balkon ist wolkenförmig ausgebildet. In den Nischen kann man das Marktgeschehen beobachten.

III Beim Entwurf, der aus dem Raumprogramm entwickelt wird, ist das Schwerpunktthema das Mischungsverhältnis der Zutaten für ein diverses Quartier. Dabei spielt das Wohnen in dem Sinne eine besonders wichtige Rolle, als dass es am schwierigsten auf dem heutigen Quartier unterzubringen ist. Dem schmalen langen Verwaltungsriegel wird ein Erschließungsregal vorgesetzt. Der Laubengang mit einer großzügigen Tiefe von drei Metern soll ein langsames Gehen ermöglichen, um Begegnungen Raum zu geben. Um das Wohnen überhaupt zu ermöglichen, muss Halle 31 im Abstand von 10 m zum Verwaltungsriegel abgebrochen werden. Gegenüber dem Wohnen liegen dann die alten Industriehallen mit neuer Fassade und kleinteiligeren Nutzung. Hier wären öffentlichkeitsbezogene Nutzungen denkbar.

Einen Einblick in die gesamte Arbeit finden Sie unter: https://www.yumpu.com/de/document/read/64103543/mulheim-sud-vom-erbe-der-weltmotorisierung-und-einem-diversen-quartier

Kontakt zur Absolventin: