Il nuovo Palazzo del Cinema al Lido di Venezia // Lisa-Vanessa Meyer

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Lisa-Vanessa Meyer
Abschluss:
Master of Science
Betreuerin:
Bernadette Heiermann
Prüferin:
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Co-Prüferin:
Prof. Anke Neujokat
Einrichtung:
Lehrstuhl für Gebäudelehre und Grundlagen des Entwerfens
 

Die 1932 gegründeten Internationalen Filmfestspiele von Venedig finden seit 1936 in den damals errichteten Palazzo del Cinema und Palazzo del Casinò auf dem Lido von Venedig statt. Nach vielen erfolgreichen Filmfestspielen, sind die räumlichen Gegebenheiten jedoch für die heutigen Anforderungen nicht mehr ausreichend. Es besteht daher der Wunsch nach einem neuen Kinosaal, sowie einem jährlich stattfindenden Filmmarkt und einer zusammengehörigen Filmschule. Mit meinem Entwurf schlage ich ein neues Kinogebäude nördlich auf dem Festivalgelände vor, das ergänzt durch ein Bootkino und ein Schulgebäude im Westen des Geländes eine Symbiose mit den beiden Bestandsgebäuden der 30er-Jahre eingeht.

Durch die Lage an der Uferseite Lidos und an einem Kanal, der den Booten den Weg nach Venedig bereitet, verhalten sich die Gebäude jeweils unterschiedlich zur Welt, bzw. nach Venedig. Angelehnt an die Typologie des venezianischen Palastbaus, erstreckt sich im Erdgeschoss des Palazzo del Cinema ein durchgestecktes Foyer, das die Land- und die Wasserseite miteinander verbindet (sog. Portego). Neben den land- und wasserseitigen Eingängen gibt es noch einen weiteren Festivaleingang, durch die die Prominenten während des Ritual des Roten Teppichs schreiten. Ihre Ankunft auf dem Festivalgelände wird durch die Vorfahrt mit dem Boot und den Festival-Eingang besonders inszeniert. Vom Portego aus gelangt man über vier Treppen in das erste Obergeschoss, das gefasst von einem Band aus rötlichem Alabaster-Marmor, den Übergang zwischen der realen Welt in Venedig und der surrealen Filmwelt ist. Durch den transluzenten Alabaster gelangt Licht sowohl in den Innen- als auch Außenraum, der Besucher erfährt jedoch keinen direkten Kontakt zur Außenwelt. Eine Ausnahme bietet die VIP-Lounge, die durch eine Loggia den Sichtbezug zum Meer genießt. Das nördlich gelegene Bootkino soll außerhalb des Festivalbetriebs ein neuer Treffpunkt für die Venezianer sein, die ähnlich wie in einem Autokino mit ihrem Boot vorfahren und einen Film ansehen können. Die nord-westliche Fassade des neuen Palazzo del Cinema dient dabei als Bildwand und damit als „Fenster zur Welt“. Der Wasserplatz ist gleichzeitig auch Element des Parks und bietet durch Sitzstufen die Möglichkeit, am Wasserbecken Platz zu nehmen.

Die Filmschule (Accademia del Film) spiegelt im übertragenen Sinne das wider, was im Theater im Bühnenraum geschehen würde. Zeitlich und räumlich versetzt, werden hier Filme gedreht, die anschließend auf die Kinoleinwand projiziert werden. Das Gebäude bietet daher einen Innenhof, der in Anlehnung an den Schnürboden eines Theaters funktioniert. Während der Filmfestspiele im September, wird die Schule zum Filmmarkt (Mercato del Film) umgenutzt. Neben dem Handel mit großen Blockbuster- oder Independent-Filmen, bekommen hier auch die jungen Absolventen der Filmschule die Gelegenheit, ihren Film auf dem Markt zu verkaufen.

Kontakt zur Absolventin: