Umnutzung des ehemaligen Schlachthofes in Bad Kissingen // Theresa Esser

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Theresa Esser
Abschluss:
Master of Science
Betreuerin:
Bernadette Heiermann
Prüferin:
Prof. Anne-Julchen Bernhardt
Co-Prüferin:
Prof. Anke Naujokat
Einrichtung:
Lehrstuhl für Gebäudelehre
 

In der heutigen Zeit wird es immer wichtiger Bestandsbauten weiter zu nutzen, damit diese als Zeitzeugen für die Zukunft erhalten bleiben. Der ehemalige Schlachthof der Stadt Bad Kissingen ist ein außergewöhnliches Bauwerk, das kaum modernisiert wurde und in seiner Gesamtheit erhalten ist. Um das seit 2002 leerstehende Gebäude zu erhalten, soll es zu einem Bildungs- und Kulturzentrum umgenutzt werden.

In dem Umnutzungskonzept soll viel des Bestandes bewahrt werden. Die Eingriffe sind klar erkennbar und die zukünftige Nutzung ordnet sich dem historischen Erscheinungsbild unter. Herzstück des Entwurfes ist die Haupthalle, die in Ihrer Form erhalten bleibt. Die historischen Gebäude und Hallen wandeln sich in außergewöhnliche Räume für kulturelle und kreativ-gewerbliche Nutzungen. Alle Einheiten sind autark, können aber auch zusammenarbeiten und voneinander profitieren. So entsteht in dem ehemaligen Schlachthof nicht nur ein Ort für Bildung, Kultur und Kreativität, sondern vor allem für ein soziales Miteinander.

Der Bildungsbereich befindet sich in den ehemaligen Schlachthallen. Diese werden in Seminarräume mit verschiedenen Anforderungen unterteilt. Die neuen Wände bestehen aus unterschiedlichen Modulen, die sich zu Raumstrukturen zusammensetzen und mit Glasfugen vom Bestand abgesetzt werden. Durch das einheitliche Material Holz, welches bei allen Eingriffen genutzt wird, entsteht eine warme, gemütliche Atmosphäre im Vergleich zu dem industriellen Charakter des Bestandes.

Die ehemaligen Kühlräume werden durch Öffnen der Wände zu einer großen Halle gewandelt, in der aussortierte Requisiten von Theatern gelagert, repariert und an gemeinnützige Kulturprojekte verliehen oder verkauft werden. Die neuen Öffnungen werden gerahmt, um den neuen Eingriff ablesbar zu machen.

Das ehemalige Stallgebäude wird mit dem Felllager zu einem dreiteiligen Werkstattkomplex verbunden. In den Bestandgebäuden befindet sich ein großer Arbeitsraum und ein Werkraum. Der mittleren Verbindungsbau wird in Holz errichtet und durch Glasfugen vom Bestand abgesetzt. Durch die offene Bauweise dient er als Eingangs- und Kommunikationsbereich.

Im Norden werden ein Gewächshaus, ein Lagerhaus und ein Hühnerstall errichtet, um die Fläche landwirtschaftlich zu nutzen. Die Kubatur der Neubauten orientiert sich an den Bestandsgebäuden, während durch die Verwendung von Holz als anderes Material eine neue Schicht erkennbar ist.

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