Multifunktion im Stahlgerüst // Isabelle Grahlke

Steckbrief

Eckdaten

Absolventin:
Isabelle Grahlke
Studiengang:
Architektur
Abschluss:
Master of Science
Betreuerin:
Stefanie Kerner M.Sc.
Prüfer:
Prof. Christian Raabe
Co-Prüfer:
Prof. Rolf Westerheide
Einrichtung:
Lehrstuhl für Denkmalpflege und Historische Bauforschung
 

Vom Gasspeicher zum Mehrzweckgebäude und Kulturzentrum

Der Gasometer in Münster wurde 1953 von der Firma August Klönne aus Dortmund als Teleskopgasbehälter erbaut. 2005 wurde er durch ein unterirdisches Gassystem ausgetauscht. Seitdem steht das Stahlskelett leer. Der Gasbehälter wurde entfernt und die Gaspumpen abgeschaltet. 2003 wurde das Bauwerk, sowie das Pumpenhaus im vorderen Teil des Grundstückes, unter Denkmalschutz gestellt. Der Gasometer in Münster ist einer der wenigen erhaltenden Bestände dieser Art in Nordrhein-Westfalen. Er nimmt als städtebauliche Landmarke und Zeugnis der früheren, städtischen Infrastruktur eine wichtige Rolle für Münster ein. Aber auch architektonisch ist das Bauwerk mit seinem filigranen Stahlgerüst, welches eine Höhe von 50 Metern erreicht, eine beeindruckende und imposante Erscheinung.

Mit einer Umnutzung und Ergänzung des Bestandes möchte ich den Gasometer revitalisieren und ihn für den Besucher erlebbar machen. Ein Kultur- und Veranstaltungszentrum soll das Wohn- und Gewerbegebiet im Südosten der Stadt ergänzen und der Stadt einen multifunktionalen Ort zur Verfügung stellen, an dem ein vielfältiges Programm angeboten werden kann: Von Musikveranstaltungen und Schauspiel, über Tagungen, Kongresse und Konferenzen, bis Ausstellungen und privaten Feiern. Die Ergänzung erfolgt mit einem Neubau, der in den Gasometer platziert wird. Das Pumpenhaus wird für die Verwaltung, das Eventmanagement und den Ticketverkauf umgenutzt.

Die äußere Form des neuen Gebäudes strahlt Dynamik und Bewegung aus. Die Skulptur wächst aus dem Inneren des Bestandes heraus und strebt in die Höhe. Sie ragt über die Oberkante des Führungsgerüstes des Gasometers heraus und hebt sich damit deutlich als neu in das Vorhandene eingesetzt heraus. […]

Zusammen mit dem denkmalgeschützten Bestand bildet der Neubau den „Gasformer“. Der Gasometer wird von einem Gasspeicher in ein Kultur- und Veranstaltungszentrum „transformiert“. Im Inneren wächst ein skulpturales, eigenständiges Objekt in die Höhe, stößt sich mit seinen Beinen vom Boden ab, bis es über das Führungsgerüst hinausschaut. Sein transformierbares Innenleben erlaubt vielseitige, große und kleine Events, die durch die äußere Kulisse des Gasometers zu einem ganz besonderen Ereignis werden.

Kontakt zum Absolventen: