Tourismusbebauungen an den Küsten der Südwest-Türkei : zukünftige Planungs- und Gestaltungsmöglichkeiten für Tourismusentwicklungsgebiete und Tourismusanlagen am Beispiel der Region Kemer

  • Tourism Buildings on the coast of Southwest Turkey : future planning and structuring possibilities for tourism development areas and tourism facilities exemplified by the Kemer region

Sevinc, Harun; Fuhrmann, Peter (Thesis advisor)

Aachen : Publikationsserver der RWTH Aachen University (2007)
Doktorarbeit

Aachen, Techn. Hochsch., Diss., 2007

Kurzfassung

In der vorliegenden Dissertationsarbeit sind am Beispiel der türkischen Küsten in der Umgebung von Kemer die Auswirkungen einer schnellen, meistens unkontrollierten und oft rücksichtslosen Tourismusentwicklung zu Lasten des vorhandenen natürlichen, kulturellen und sozialen Potentials dieses Küstenbereiches deutlich geworden. Nach Verabschiedung des Tourismusförderungsgesetzes (1982) sind diese Auswirkungen vorallem auf den zunehmenden Druck des ausländischen Massentourismus zurückzuführen. Langfristig gefährdet eine derartige Entwicklung die Existenz des Tourismus selbst, weil dieser für die Region Kemer inzwischen sehr bedeutungsvoll geworden ist und als Wirtschaftsfaktor und Charakteristikum eines attraktiven Erholungsgebietes insbesondere von der intakten Landschaft und der soziokulturellen Balance der Bevölkerung abhängt. Die angemessene Alternative zur bisherigen Entwicklung wäre ein angepasstes, umweltgerechtes und sozialverträgliches Tourismuskonzept, welches die spezifischen Charakteristika der Umgebung von Kemer weitgehend berücksichtigt und ihre Attraktivität als Erholungsgebiet nicht gefährdet. Hierfür sind die Hintergründe der bisherigen Tourismusplanung (Teil I) und deren gesetzliche Grundlagen (Teil II) erfasst und hinterfragt, sowie das Süd-Antalya-Tourismusentwicklungsgebiet und ausgewählte touristischen Ensembles vor Ort untersucht und bewertet worden (Teil III). Auf dieser Basis sind Vorschläge zu effektiven, regional- und landschaftsverträglichen Planungs- und Gestaltungskonzepten entwickelt worden (Teil IV). Die aus der Grundlagenermittlung sichtbar gewordene Interdependenz der einzelnen Untersuchungsebenen (Gesetzes-, Makro- und Objektebene) erforderte unter anderem eine interdisziplinäre Betrachtungsweise, zum Beispiel der Mechanismen einschlägiger Planungsverfahren, die Bedeutung der Landschaftsarchitektur im Zusammenhang mit der Tourismusplanung und ihr Einfluß auf die Entwicklung von landschaftsverträglichen und umweltgerechten Tourismuskonzepten in sensiblen Küstengebieten usw. Angemessene Gestaltungskonzepte für zukünftige Ferienanlagen erforderten wiederum eine differenziertere Betrachtungsweise im Vergleich zur Gesetzes- und Makroebene der Tourismusplanung. Hierbei konnten den vielfach fragwürdigen und unbedachten Gestaltungslösungen in der Umgebung von Kemer (oft im Widerspruch zum genius loci) nur mit regional- und landschaftsverträglichen Gestaltungskonzepten begegnet werden, die maßgeblich zur Intensivierung auf Objektebene geführt haben. Zudem ist hier die Kompetenz des Architekten und die Effizienz seiner Gestaltung deutlicher zu erkennen als auf den genannten anderen Ebenen der Tourismusplanung. In diesem Zusammenhang werden Lösungsansätze beispielhaft vorgestellt, weil sie geeignet sind, bei zukünftigen Planungen den gestellten Anforderungen nach Regional- und Landschaftsverträglichkeit sowie nach Bewohnerfreundlichkeit eines Gestaltungskonzeptes weitgehend entsprechen zu können.

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