Esin Merve Akkurt // Wiederkehrende Holzstrukturen

 

 

Revisiting Woodstructures: Traditionelle Holzfügungen - Interpretation von Tradition in die Moderne mittels autonomer Vor-Ort-Herstellung und parametrischem Design: Die Mobile Fabrik ,,Revisiting Woodstructures’’ fokussiert sich auf ein Holz-Toolkit, welches schnell und individuell komplexe Holzkonstruktionen errichten und wieder abbauen kann. Die Wandmodule passen sich zentimetergenau an die Maße einer Wand an, ohne dass sich die Hölzer in Länge oder Breite ändern müssen. Das Wiederverwenden der Holzstücke ermöglicht eine nachhaltigere Alternative zu herkömmlichen Holzstrukturen. Statt massive Holzelemente zu verwenden, greift dieser Entwurf auf filigrane Elemente zurück, die den Transport optimalisieren und das Handling erleichtern. Durch den schmal gehaltenen Container gibt es einen besseren Zugang zu Ladenzeilen, in denen die Struktur installiert werden soll. Durch die maschinelle Anwendung werden Fehler in der komplexen Montage reduziert.

Im Fokus stehen fünf Anforderungen an die Konstruktion und somit an das Skript:

1_ Mindestens 50 % des Holzes soll wiederverwendbar sein
2_ Es soll keine zusätzliche Montageschritte für die Maschine geben um den Prozess effizient und unkompliziert zu halten
3_ Die Montage soll schnell erfolgen
4_ Die Konstruktion soll sich zentimetergenau an die Wandlmaße anpassen
5_ Es soll trotz allem einen Gestaltungsfreiraum geben

Die Module lassen sich halbieren in positive und negative Elemente. Somit liegt der Prozent­satz an wiederverwendeten Hölzern bei 50%. Diese können dann nach dem Abbau wieder in die Mobile Fabrik aufgenommen werden und für das nächste Projekt genutzt werden. Da­durch, dass Holz einem natürlichen Älterungs­prozess unterliegt kann es zu Verfärbungen des Holzes kommen, was als ästhetischer Kontrast der Hölzer zum Vorschein kommen kann. Durch die Kreuzung der Hölzer innerhalb des Moduls kommt es dazu, dass nach der Verfiel­fachung der Hölzer niemals zwei der selben Hölzer sich berühren, da diese sonst keine Ver­bindung aufweisen können (Positiv und Positiv, Negativ und Negativ passen nicht aufeinander -> Schlüssel-Schloss-Prinzip. Das Verfielfachen funktioniert in horizontaler, wie auch vertikaler Richtung. Durch die ver­setzten Hölzer treffen sich das weiterführende Modul und das Ausgangsmodul optimal, ohne dass die Fügungspunkte zu tief in das Holz geschlitzt werden müssen und dieses unstabil wird. Ein Pack von vier kleinen Modulen bildet die Maße eines großen Moduls. Die Seiten des großen Moduls treffen ebenfalls effizient auf die seitlichen Verbindungspunkte.
Die Module passen sich auf die Maße der Wand durch Neigungen der eben beschrie­benen ,X‘ zueinander an. Für diese Konstruktion wurde ein Grasshopper Skript erstellt, in welchem man lediglich die Maße der Wand eingibt und die Holzstruktur sich selbst generiert. Dadurch, dass die Größe der jeweils durch die Mobi­le Fabrik produzierten Mo­dulwände eingeschränkt ist müssen Teile der Wand manuell von Menschen zusammengefügt werden. Dabei werden die Modul­parts aufeinander gescho­ben. Daraufhin werden kleine Holzlaschen in die Lücken gehämmert und kleine Dübel zur Befesti­gung zwischen gedrückt

 
 

Prüferin: Prof. Dr. Sigrid Brell-Cokcan
Co-Prüferin: Prof. Dr. Linda Hildebrand
Betreuerin: Eike Stührenberg

Kontakt Absolventin: