Transformation urbaner Wasserlagen am Rhein zwischen Bonn und Duisburg

Aachen (2016) [Doktorarbeit]

Seite(n): 1 Online-Ressource (201 Seiten) : Illustrationen, Diagramme, Karten

Kurzfassung

In den untersuchten Großstädten Bonn, Köln, Leverkusen, Neuss, Düsseldorf, Krefeld und Duisburg sind urbane Wasserlagen raumstrukturell und funktional wichtige Stadt- und Landschaftsräume und bilden im regionalen Maßstab das Rückgrat des nordrhein-westfälischen Rheinabschnitts. Während sich die Großstädte spätestens seit Anfang des 20. Jahrhundert immer wieder sowohl im Rahmen gesamtstädtischer Entwicklungsplanungen als auch im Rahmen von einzelnen Projekten mit der Nutzung und Gestaltung urbaner Wasserlagen auseinandersetzen, gibt es im regionalen Maßstab bisher keine Planungsinstanz bzw. Planungsinstrumente, die exklusiv die Nutzung und Gestaltung urbaner Wasserlagen innerhalb der Kulturlandschaft Rheinschiene thematisieren. Die Arbeit geht von zwei Thesen aus: 1_Die stadtbaugeschichtlich zu begründenden, individuellen Prägungen urbaner Wasserlagen in den untersuchten Großstädten beeinflussen die prioritär verfolgten, kommunalen Entwicklungsziele und Transformationen urbaner Wasserlagen.2_In Folge der Industrialisierung wird der untersuchte Rheinabschnitt aus übergeordneten Perspektiven insgesamt als zusammenhängender Wirtschaftsraum mit dem Rhein als verbindender Transportachse wahrgenommen. Kommunale Alleinstellungsmerkmale treten in den Hintergrund. Übergeordnete (sektorale) Planungen leiten sich in vielerlei Hinsicht aus der Summe kommunaler Entwicklungsziele ab, nicht zuletzt weil diese Planungen gewachsene Zusammenhänge und Abhängigkeiten (Wirtschafts- und Verkehrsraum, Natur- und Landschaftsraum) abbilden und sie in räumlich-funktionale Konzepte (Transeuropäische Netze, Metropolregion, Kulturlandschaft) überführen. Trotzdem ergeben sich aus den unterschiedlichen Perspektiven planerische Widersprüche, insbesondere hinsichtlich: • der Qualität der heterogenen Nutzungsstruktur, • der Zukunftsfähigkeit des Verkehrsraums, • der Resilienz der Risikoräume,• der Qualitäten einer Kulturlandschaft im Gegensatz zu einer Transformationslandschaft und • interkommunaler und regionaler Konkurrenzen und Synergien.Vor dem Hintergrund einer Vielzahl kongruenter kommunaler Entwicklungsinteressen, unaufgelöster Widersprüche zwischen kommunalen und übergeordneten Planungen, sich daraus ableitenden Herausforderungen und Zukunftsaufgaben und nicht zuletzt mit Blick auf Teilräume, deren stadträumliche und funktionale Integration nicht befriedigen können, besteht ein regionaler Handlungsbedarf. Im Ergebnis der Arbeit werden folgende Bausteine für eine regionale Zusammenarbeit zur nachhaltigen Transformation urbaner Wasserlagen empfohlen: • die Verständigung der Rheinanlieger zwischen Bonn und Duisburg auf eine Rheincharta „Rheinschiene“, • die Durchführung einer Regionale „Rheinschiene“, die den Raum der Kulturlandschaft „Rheinschiene“ in den Fokus nimmt, • die Erstellung eines regionalen Masterplans „urbane Wasserlagen“ und • die rechtlich verbindliche Absicherung regionaler Planungskompetenz für die Transformation urbaner Wasserlagen.Perspektivisch anzustreben ist eine regionale Planungskompetenz sowohl für die Kulturlandschaft „Rheinschiene“ als auch für den Wirtschaftsraum „Rheinland/Rheinschiene“. Mit Blick auf die frühen, regionalplanerischen Ansätze im Rheinland und die durch die Regionalen bereits eingeübten Kooperationen scheint eine auf kommunale Initiative und Interessen gründende Regionalplanung eine wichtige Rolle für eine erfolgreiche Transformation urbaner Wasserlagen spielen zu können.

Autorinnen und Autoren

Autorinnen und Autoren

Korus, Christine

Gutachterinnen und Gutachter

Wachten, Kunibert
Lohrberg, Frank

Identifikationsnummern

  • URN: urn:nbn:de:hbz:82-rwth-2016-026203
  • REPORT NUMBER: RWTH-2016-02620