Demonstrationsfabriken : Eine gebäudetypologische Untersuchung

Moser, Franziska Julia; Trautz, Martin (Thesis advisor); Henn, Gunter (Thesis advisor)

Aachen : RWTH Aachen University (2021, 2022)
Doktorarbeit

Dissertation, Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen, 2021

Kurzfassung

Mit der Konzeption des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 im Jahr 2011 wird der Diskurs um Industrieproduktion im deutschsprachigen Raum neu belebt. Der Begriff Industrie 4.0 verweist auf einen antizipierten revolutionären Wandel in der Industrieproduktion, der nach der Mechanisierung von Produktion mittels Dampfkraft, dem Einsatz elektrischer Energie in der Produktion sowie der Produktionsautomatisierung durch (Mikro-) Elektronik tiefgreifende Veränderungen industrieller Produktions- und Arbeitsweisen bedingen soll. Grundlage dieser neuen Entwicklungsstufe industrieller Produktion bilden Internettechnologien, die eine Vernetzung von (Produktions-)Ressourcen, Menschen und Diensten im virtuellen Raum und in Echtzeit ermöglichen. Im Zuge dieser Veränderungsprozesse lässt sich in den vergangenen Jahren das Aufkommen von Industriebauten beobachten, die sich mit direktem Bezug zum Industrie- 4.0-Projekt positionieren. Diese Gebäude bieten einen Ansatzpunkt für die Untersuchung der Industriearchitektur dieser antizipierten vierten industriellen Revolution. In diesen als Demonstrationsfabriken bezeichneten Industriegebäuden werden die Funktionen Forschung, Produktion und Demonstration räumlich miteinander kombiniert. Zudem bieten sie Flächen für die Kooperation von Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft, die in wechselnden Konstellationen und über unterschiedlich lange Zeiträume in Demonstrationsfabriken anhand konkreter Projekte zusammenarbeiten. Ziel dieser Funktionsüberlagerung und interorganisationellen Kooperation ist die Entwicklung und Erprobung zukünftiger Produktionsmethoden und der dazugehörigen Arbeitsprozesse. Demonstrationsfabriken sind räumlich kompakte Gebäude in urbaner oder semiurbaner Lage, die sich durch ihre hochwertige Gestaltung sowie ihre gestalterische und programmatische Öffnung auszeichnen. Diese Arbeit ordnet Demonstrationsfabriken in einen historischen, gesellschaftlichen und typologischen Kontext ein. Der neuartige Gebäudetypus wird anhand von gebauten sowie in Planung befindlichen Beispielen beschrieben und analysiert, um maßgebende funktionale sowie gestalterische Merkmale abzuleiten. Die Untersuchung erweitert damit die intensive wissenschaftliche und öffentliche Beschäftigung mit dem Industrie-4.0-Projekt um eine architektonische Betrachtungsebene.

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