UNESCO-Weltkulturerbe und nachhaltige Stadtentwicklung

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Ansätze perspektivischer Stadtentwicklung durch Inwertsetzung des UNESCO-Weltkulturerbestatus, untersucht in Städten peripherer und metropoler Räume

Der UNESCO-Welterbestatus als ein kontroverses Thema in der lokalen bis globalen Öffentlichkeit gewinnt für die Stadt- und Regionalentwicklung in Europa zunehmend an Bedeutung. Denn zum einen nehmen die Nominierungen europäischer Stätten als Weltkulturerbe zu, und zum anderen hält der Trend zur räumlichen Polarisierung an. Es wachsen die Disparitäten zwischen peripheren und metropolen Regionen und ihren Städten. Der Notwendigkeit, Konzentrationsprozesse in Metropolen nachhaltig zu lenken, steht die Herausforderung gegenüber, angesichts von Schrumpfung und vielfältigen Problemlagen in peripheren Regionen, Erreichtes zu stabilisieren und Entwicklungen zu stimulieren. Der UNESCO-Weltkulturerbestatus ist in Folge dieser Entwicklungen für immer mehr lokale und regionale Akteure ein relevantes Thema, das gegenwärtig in metropolen Welterbestätten vor allem als Entwicklungsbarriere und Konfliktpotenzial und in peripheren Regionen als Chance für Stabilität und Entwicklung brisant erscheint.

Tatsächlich ist das Wirkpotenzial des UNESCO-Labels für die Stadt- und Regionalentwicklung kaum beschrieben; es die Wirkungen und Wirkbedingungen des Weltkulturerbestatus im Querschnitt der soziokulturellen bis wirtschaftlichen Stadtentwicklungsthemen unzureichend evaluiert. Auch infolgedessen mangelt es an übertragbaren, wissenschaftlichen und praxisrelevanten Ableitungen, wie - in Anbetracht differenzierter lokaler Konstellationen - der Welterbestatus ein Teil nachhaltiger Stadtentwicklung sein kann.

Ziel und Ergebnis der nun vorliegenden Studie sind demnach raumdifferenzierte und akteurszentrierte Ansätze, die den UNESCO-Welterbestatus als Potenzial nachhaltiger Stadtentwicklung erschließen: ihn schützen und nutzen. Dazu wurde das Wirken des Welterbelabels für die nachhaltige Stadtentwicklung evaluiert, differenziert für den peripheren und metropolen Raum und in Abhängigkeit vom lokalen Akteurshandeln. Fallbeispiele der Sudie sind die Weltkulturerbestädte Stralsund und Wismar in Deutschland sowie St. Petersburg in Russland.

Autor:
Prof.Dr.-Ing. Carola Neugebauer

Kategorie:
Forschungsprojekt

Veröffentlichungsdatum:
2014

Verantwortliche Lehreinheit:
Juniorprofessur Sicherung kulturellen Erbes

Links:
Nach Studie

5 Schlagwörter:
UNESCO-Weltkulturerbe, nachhaltige Stadtentwicklung,
Wirkungsevaluation, Welterbe-Management / UNESCO World Heritage,
sustainable urban development, socio-ecomic impacts, world heritage management

Ausgewählte Publikationen zum Thema:

  • C. Neugebauer (2014): UNESCO-Welterbelabel – Potenzial für die Stadtentwicklung. In: Planerin, Heft 2, S.15-18
  • C. Neugebauer (2013): Managing the UNESCO World heritage label in peripheral and metropolitan urban regions in Central and Eastern Europe. In: КазНТУ (Hrsg.): Материалы месждународной научно-практической конференции "Актуальные проблемы большого города: архитектурная теория и практика", Almaty, S. 222-227, ISBN 978-601-228-551-2
  • C. Neugebauer (2011): Das Großereignis „UNESCO-Weltkulturerbestatus“? Wirkungen und Potenziale für die Stadtentwicklung im Fokus. Die Fallbeispiele Stralsund und Wismar. In: Jahrbuch für Stadterneuerung 2011. Arbeitskreis Stadterneuerung an deutschsprachigen Hochschulen. Kassel