Palimpsest – Kulturforum Schlossplatz Münster // Yannick Meuter

Steckbrief

Eckdaten

Absolvent:
Yannick Meuter
Studiengang:
Architektur
Abschluss:
Master of Science
Betreuer:
Oliver Wenz M.Sc.
Prüfer:
Univ.-Prof. Dipl.-Ing. Uwe Schröder
Co-Prüfer:
Univ.-Prof. Dr.-Ing. Christian Raabe
Einrichtung:
Lehrgebiet Raumgestaltung
 

„Die Grenze ist nicht das, wobei etwas aufhört, sondern, wie die Griechen es erkannten, die Grenze ist jenes, von woher etwas sein Wesen beginnt.“

- Martin Heidegger, Bauen Wohnen Denken: Vorträge und Aufsätze -

Der Entwurf ist als innerstädtische Kulturlandschaft konzipiert und thematisiert den gesamten Schlossplatz und seine angrenzenden Orte, die Altstadt und die Barocke Anlage und erschafft einen neuen Ort zwischen den Orten. Die umliegenden Orte werden in ihrem Charakter gestärkt. Für die amorphe Form der Altstadt wird hierzu ihre Raumkante zum Schlossplatz gestärkt um eine klare Platzfassung und Ablesbarkeit zu erzeugen. Das barocke Ensemble wird um den südlichen, fehlenden Flügelbau ergänzt.

Der Entwurf bildet sich nun zwischen den beiden Orten der Stadt und der Barocken Anlage als eigener Ort aus, der im System der Raumbildung keiner der vorliegenden Ordnungen folgt. Zwischen die Stadt, dessen raumbildendes Element die Straßen und Wege sind, und die Barocke Anlage, dessen raumbildendes System auf der barocken Achsen und ihrem Höhepunkt, dem Schloss, beruhen, legt sich der Entwurf nun als innerstädtische Kulturlandschaft mit dem raumbildenden System des fließenden Raumes, der durch die in ihm befindlichen Objekte gebildet wird.

Die freie Komposition des Entwurfs verhält sich demnach also dialektisch zu den bestehenden Ordnungen und erzeugt so eine Stärkung der umliegenden Orte und seiner selbst.

Das Konzerthaus befindet sich als klarer kreisrunder Körper in der amorphen Kulturlandschaft des Parks und gehört zu seinen architektonischen Objekten. In seiner Beziehung zu den anderen architektonischen Objekten stellt das Konzerthaus den Mittelpunkt der Komposition dar.

Die Inkorporation – Die ineinander liegenden Räume des Tagraums, des Raumes der Dämmerung und des Nachtraums. In ihrem Kern befindet sich das höchste Gut – der Konzertsaal.

In der äußersten Schicht befindet sich der Tagraum, am lichtesten geöffnet und zugleich die Schnittstelle zwischen realer Außenwelt und realer Innenwelt. In ihm befindet sich der Aufenthaltsbereich für die Zuschauer und Künstler. Auf den Tagraum folgt der Raum der Dämmerung, dieser stimmt den Besucher auf das Erlebnis des Konzertes ein. Über ihn gelangt der Besucher über einen Steg in den innersten Raum, den Raum der Nacht.

Durch die räumliche Transformation von Tagraum, zum Raum der Dämmerung hin zum Nachtraum wird die Veränderung der Wahrnehmung beschrieben. Der alltägliche Raum in dem wir uns üblicherweise befinden ist der anthropomorphe Raum. Dieser Raum ist im Entwurf symbolisch gleichzusetzen mit dem Tagraum.

In der Dämmerung schwindet unser Sehvermögen, Distanzen werden schwerer ablesbar, Details verschwimmen und ein Zustand der Unklarheit stellt sich ein. In der Nacht schwindet unser Sehvermögen und somit auch unser Raumverständnis über Distanzen.

Der Nachtraum ist der Ort der Immersion, in dem der Besucher illusorischen Stimuli ausgesetzt wird. Der Musiker nimmt den Besucher mit auf eine Reise. Film, Licht und Projektion, generell die Hinzunahme von visuellen Reizen dienen als Mittel, um einen zusätzlichen Raum zu eröffnen. Einen Raum, der nicht real ist, sondern ein immersiver. Durch das perfekte Zusammenspiel von akustischen und visuellen Reizen kann ein maximaler Zustand der Präsenz erreicht werden. Wodurch sich der Besucher von seinem Körper löst und in eine virtuelle Realität versetzt wird – eine Immersion aus Musik und Projektion.

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